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| Der Fraunhofer-Radnabenmotor am Demonstratorfahrzeug |
Der Fraunhofer-Radnabenmotor am Demonstratorfahrzeug
HB HANNOVER. Um Elektroautos alltagstauglich zu machen, suchen Entwickler nach neuen Fahrzeugkonzepten und besseren Bauteilen. Ein mögliches Konzept: der Radnabenmotoren. Sein Vorteil ist, dass auf einen klassischen Motorraum verzichtet werden kann, da die Motoren direkt am Rad des Fahrzeugs untergebracht sind. Fahrzeugentwickler haben so grundsätzlich neue Möglichkeiten, das Auto zu gestalten.
Weitere Vorteile: durch den Wegfall von Getriebe und Differenzial gibt es keine Verluste und keinen Verschleiß in mechanischen Übertragungselementen. Außerdem kann der direkte Antrieb des einzelnen Rads die Fahrdynamik und Fahrsicherheit verbessern.
Auf der Hannover-Messe präsentieren Fraunhofer-Forscher ihre aktuellen Entwicklungen in Sachen Radnabenmotor. Ihr Konzeptfahrzeug „Frecc0“ ist eine wissenschaftliche Versuchsplattform, die Automobilhersteller und Zulieferer nutzen können, um neue Komponenten zu testen. Basis des Demonstrators ist einbestehendes Fahrzeug: Der neue Artega GT der Firma Artega Automobil GmbH.
Erfunden wurde der Radnabenmotor bereits im 19. Jahrhundert. So rüstete Ferdinand Porsche zur Weltausstellung 1900 in Paris seinen „Lohner Porsche“ mit diesen Motoren aus. Seitdem hat sich viel getan. „Wir entwickeln einen Radnabenmotor, bei dem alle wesentlichen elektrischen und elektronischen Komponenten, insbesondere die Leistungs- und Steuerungselektronik im Bauraum des Motors integriert sind“, erläutert Matthias Busse, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM. „Es wird also keine externe Elektronik benötigt und somit die Anzahl und der Umfang der Zuleitungen beschränkt.“
Kritiker bemängeln die negativen Auswirkungen der Radnabenmotoren auf das Fahrverhalten. Ein Problem, das IFAM-Projektleiter Hermann Pleteit für lösbar hält: „Der Motor ist sehr kompakt. Die hohe Leistungs- und Drehmomentdichte führt nur zu einer verhältnismäßig geringen Erhöhung der ungefederten Masse. Durch andere Auslegungen des Fahrwerks, zum Beispiel der Dämpfereinstellungen, kann man diese Auswirkungen kompensieren. Der Fahrkomfort wird nicht beeinflusst.“
Zusätzlicher Nutzen der Elektroautos: Im Gegensatz zu konventionellen Fahrzeugen kann die beim Bremsen entstehende Energie zurückgewonnen und wieder in die Batterie eingespeist werden. Die Experten sprechen hierbei von Rekuperation. Sie arbeiten nun daran, diese Energierückgewinnung in Zukunft zu maximieren.
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MR/CK